Angi nach dem Q1/2026: Ich lag falsch – und jetzt?
Ein brutaler Vertrauensbruch, ein riskanter KI-Neustart – und eine Angi Aktie, die plötzlich wie eine mögliche Value Trap aussieht
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Mein letzter Angi-Artikel ist denkbar schlecht gealtert. Das muss ich leider so klar sagen.
Am 16. Januar hatte ich Angi noch als meine Top-Aktie für 2026 vorgestellt – mit der These, dass der Markt die operative Stabilisierung, die Kostendisziplin und das Cashflow-Potenzial dieser Plattform massiv unterschätzt.
Vier Monate später sieht die Realität brutal anders aus. Die Aktie ist seitdem nochmals um mehr als 50% gefallen. Allein am Tag nach dem Q1-Reporting verlor Angi rund 35%. Das ist kein normaler Rücksetzer mehr. Das ist ein Vertrauensbruch zwischen Management und Kapitalmarkt.
Dabei waren die Q1-Zahlen selbst nicht der eigentliche Auslöser dieses Crashs. Der Umsatz lag bei 238 Mio. Dollar und damit wie erwartet 3% unter Vorjahr. Das Adjusted EBITDA erreichte knapp 23 Mio. Dollar und lag damit sogar über der zuvor genannten Erwartung von 16 Mio. Dollar.
Operativ gab es Licht und Schatten: Die Service Requests wuchsen wieder um 5%, die Proprietary Service Requests sogar um 17%, während das Network-Geschäft (d.h. die über Google zugeführten Leads) weiter kollabierte und kaum noch eine Rolle spielt. Die in den USA monatlich aktiven Pros (Handwerker) lagen nur noch bei 105.000, nach 134.000 im Vorjahr. Global spricht Angi weiterhin von nahezu 200.000 aktiven Pros in Nordamerika und Europa.
Natürlich war das kein gutes Quartal. Der Free Cashflow war mit minus 34 Mio. Dollar schwach, der operative Cashflow mit minus 18 Mio Dollar negativ, und der Nettoverlust von 9 Mio. Dollar zeigt, dass der Turnaround noch längst nicht nachhaltig ist.
Aber diese Zahlen allein erklären keinen 35%-Tagescrash. Der eigentliche Schock lag in der Kommunikation einer radikal neuen Strategie:





